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Internet für Ferienwohnung: Der große Vergleich (LTE, DSL, Starlink) & Rechtsfallen 2026

Internet für Ferienwohnung: Der große Vergleich (LTE, DSL, Starlink) & Rechtsfallen 2026

“Gibt es WLAN?” – Das ist oft die erste Frage, die potenzielle Gäste stellen, noch bevor sie nach der Ausstattung der Küche oder der Parkplatzsituation fragen. In einer Zeit, in der “Workation” (Arbeiten im Urlaub) und Streaming zum Standard gehören, ist eine Ferienwohnung ohne Internet kaum noch vermietbar. Für die Gäste ist das Internet heute so essentiell wie warmes Wasser. Und schlechtes oder unzuverlässiges WLAN gehört zu den häufigsten Gründen für negative Bewertungen.

Doch die Realität für Vermieter ist oft komplizierter als für den normalen Hausbesitzer: Die Ferienwohnung liegt vielleicht abgelegen ohne Festnetzanschluss, die Wohnung steht im Winter leer (wozu dann 12 Monate zahlen?) und im Hintergrund lauert immer noch das juristische Gespenst der Haftung, wenn Gäste illegale Dinge über den Anschluss tun.

In diesem Artikel klären wir auf: Welche technischen Lösungen gibt es 2026 wirklich? Wie umgehen Sie teure Laufzeitverträge? Und wie sichern Sie sich ab, damit der illegale Film-Download eines Gastes nicht zu Ihrem finanziellen Albtraum wird.

Das Wichtigste in Kürze

  • Flexibilität spart Geld: Nutzen Sie für saisonal vermietete Objekte “Flex-Tarife” (z.B. Telekom Speedbox Flex oder O2 HomeSpot Flex), bei denen Sie nur zahlen, wenn die Wohnung belegt ist. Vorsicht beim GigaCube Flex: 24 Monate Mindestlaufzeit!
  • 50 Mbit/s reichen aus: Lassen Sie sich keine teuren Gigabit-Leitungen aufschwatzen. Lieber unlimitiertes Internet als besonders hohe Geschwindigkeiten. Selbst für 4K-Streaming (Netflix) genügen stabile 25–50 Mbit/s. Ein starkes WLAN-Signal macht meist den viel größeren Unterschied.
  • Rechtliche Falle: Die Störerhaftung wurde zwar abgeschafft, aber durch die “sekundäre Darlegungslast” ersetzt. Wer Gäste ins WLAN lässt, muss dokumentieren, wer wann online war. Oder riskiert teure Abmahnungen.
  • Sicherheit: Ein einfaches WLAN-Passwort reicht rechtlich oft nicht aus. Sie haben zwei Optionen: Aufwändige manuelle Dokumentation (DIY) oder eine technische Hotspot-Lösung.

Welches Internet für Ihre Ferienwohnung?

Die Wahl der richtigen Verbindung hängt massiv vom Standort Ihrer Immobilie ab. Während in der Stadtwohnung Kabel oder Glasfaser Standard sind, müssen Sie im Schwarzwald-Chalet oder an der Küste oft kreativ werden. Hier ist der technische Vergleich der Optionen für 2026.

1. Wohnung in der Nähe? (WLAN erweitern)

Wenn sich Ihre Ferienwohnung im selben Haus oder auf dem Nachbargrundstück Ihres privaten Wohnsitzes befindet, müssen Sie oft gar keinen zweiten Vertrag abschließen. Das gilt auch für Vermieter mit mehreren Ferienwohnungen an einem Standort. Mit der richtigen Technik können Sie ein bestehendes Internet für alle Einheiten nutzen und so mehrere Verträge sparen.

  • Repeater & Mesh: Innerhalb eines Hauses können Sie das Signal oft mit hochwertigen Mesh-Systemen bis in die Einliegerwohnung verlängern. Empfehlenswert sind z.B. das TP-Link Deco X50 (3er Pack) (Werbung) mit Wi-Fi 6 und bis zu 600m² Abdeckung, oder der AVM FRITZ!Repeater 1200 AX (Werbung) für bestehende Fritz!Box-Systeme. Als Budget-Option eignet sich das TP-Link Deco M4 (3er Pack) (Werbung) mit Wi-Fi 5.
  • Richtfunk: Bei Sichtverbindung zum Nachbargebäude (z.B. Gartenhaus) können Richtfunk-Systeme das Internet stabil über mehrere hundert Meter übertragen. Die Ubiquiti NanoStation M2 (Werbung) ist hier der Klassiker für Punkt-zu-Punkt-Verbindungen.
  • Powerline: Die Übertragung über die Stromleitung funktioniert nur, wenn beide Wohnungen am selben Stromzähler hängen – was bei getrennten Wohneinheiten selten der Fall und daher meist keine Option ist.

Wichtig: Auch wenn Sie Ihren privaten Anschluss teilen, sollten Sie das Netzwerk logisch trennen. Nutzen Sie unbedingt die “Gastzugang”-Funktion Ihres Routers, damit Gäste keinen Zugriff auf Ihre privaten Drucker, NAS-Systeme oder Smart-Home-Geräte haben.

2. Mobiles Internet (4G/5G)

Für die meisten Ferienwohnungen ohne Festnetzanschluss ist Mobilfunk heute eine gute Lösung. Die 5G-Abdeckung ist mittlerweile sehr gut und LTE schließt die letzten Lücken. Allerdings kann die Verbindungsqualität über den Tag schwanken (je nach Auslastung der Funkzellen). Wenn ein Festnetzanschluss möglich ist, ist das meist die bessere Wahl.

Hier gibt es drei Varianten, die Sie kennen müssen:

A. Die “Homespot” Komplettlösungen (GigaCube & Co.)

Die großen Anbieter verkaufen Router inklusive SIM-Karte. Diese sind oft an eine feste Adresse gebunden (Geolocking).

  • Vodafone GigaCube: Der Marktführer in Sachen Speed (bis 300 Mbit/s). Es gibt einen “Flex”-Tarif für 51,99€/Monat mit 200 GB – Sie zahlen nur in Monaten, in denen der Router eingesteckt ist. Achtung: 24 Monate Mindestlaufzeit, nur die Zahlung ist flexibel. Und Vorsicht bei der Abrechnung: Die Zahlung gilt pro Rechnungsmonat, nicht pro Nutzungstag. Einmal im Monat eingesteckt = voller Monat bezahlt.
  • Telekom Speedbox: Nutzt das oft bessere Telekom-Netz mit bis zu 300 Mbit/s. Das Flex-Modell ist hier fairer: 0€ Grundgebühr, Sie kaufen nur 100-GB-Datenpässe für 44,95€, die exakt 31 Tage gelten. Im Gegensatz zum GigaCube zahlen Sie also wirklich nur bei tatsächlicher Nutzung – ohne Mindestlaufzeit-Falle.
  • Congstar Homespot: Die günstige Budget-Option im Telekom-Netz ab 20€/Monat für 100 GB. Alle Tarife sind auch als Flex verfügbar (monatlich kündbar, gleicher Preis!). Speed ist auf 50 Mbit/s begrenzt, reicht aber für die meisten Gäste aus. Seit September 2025 deutschlandweit nutzbar – die Standortbindung wurde aufgehoben.
  • O2 HomeSpot: Die einzige Option mit echtem Unlimited (kein Tageslimit, keine Drosselung!) ab 34,99€/Monat. Die Flex-Variante ist wirklich monatlich kündbar (4 Wochen Frist). Aber: Das O2-Netz ist in ländlichen Urlaubsregionen oft schwächer. Prüfen Sie vorher unbedingt die Netzabdeckung.

Netzabdeckung prüfen: Bevor Sie sich für einen Anbieter entscheiden, prüfen Sie die Abdeckung an Ihrem Standort:

Mobilfunk-Tarife im Vergleich

AnbieterFlex-TarifDatenvolumenSpeedEchte Flex-Kündigung?Empfehlung für
Vodafone GigaCube51,99€/Monat200 GB300 Mbit/s❌ Nein (24 Mon. Laufzeit)Gelegentliche Nutzung, gute Netzabdeckung
Telekom Speedbox44,95€ pro Datenpass100 GB (31 Tage)300 Mbit/s✅ Ja (0€ Grundgebühr)Seltene Nutzung, echte Bedarfspakete
O2 HomeSpot34,99€/MonatUnlimited50-100 Mbit/s✅ Ja (4 Wochen Frist)Vielnutzer, wenn O2-Empfang gut ist
Congstar Homespotab 20€/Monat100-400 GB50 Mbit/s✅ Ja (gleicher Preis)Budget-Option, Telekom-Netz
Starlink Lite29€/MonatUnbegrenzt45-130 Mbit/s✅ JaKein Mobilfunk-Empfang

Legende: ✅ = Monatlich kündbar ohne Mindestlaufzeit · ❌ = Mindestlaufzeit vorhanden, nur Zahlung flexibel

B. Der “Graue” Profi-Trick: Die 2. SIM-Karte (MultiSIM)

Das ist der Tipp, den Ihnen kein Verkäufer im Telekom-Shop gibt, weil er keine Provision bringt:

Wenn Sie privat bereits einen hochwertigen Mobilfunkvertrag mit unbegrenztem Datenvolumen haben (z.B. Telekom MagentaMobil XL oder O2 Unlimited), können Sie oft für 5 bis 10 Euro monatlich eine “MultiSIM” oder “Data Card” dazu buchen.

Der Trick:

  1. Kaufen Sie sich selbst einen guten LTE/5G-Router.
  2. Stecken Sie Ihre MultiSIM hinein.
  3. Stellen Sie den Router in die Ferienwohnung.

Unsere Router-Empfehlungen:

  • Budget (4G/LTE): Der TP-Link TL-MR100 (Werbung, ca. 70-90€) ist ein solider Einstieg mit bis zu 300 Mbit/s Download.
  • Premium (5G): Der TP-Link Deco X50-5G (Werbung, ca. 300-400€) bietet 5G-Geschwindigkeiten und ist als Mesh-System erweiterbar. Die höhere Investition lohnt sich: 5G-Router bieten nicht nur schnellere Geschwindigkeiten, sondern auch niedrigere Latenzzeiten und bessere Stabilität bei mehreren gleichzeitigen Nutzern.

Vorteil: Sie zahlen oft nur einen Bruchteil dessen, was ein separater Vertrag kosten würde. Nachteil: Wenn Sie Ihren privaten Vertrag kündigen, ist auch das Ferien-Internet weg. Zudem verbieten manche AGBs die dauerhafte stationäre Nutzung – in der Praxis wird dies jedoch selten sanktioniert, solange das Datenvolumen nicht explodiert.

Wichtig: Deaktivieren Sie unbedingt SMS und Telefonie für die MultiSIM in Ihrem Kundenportal. Sonst könnte ein Gast die SIM-Karte aus dem Router nehmen und auf Ihre Rechnung telefonieren oder teure Premium-SMS versenden.

C. Warnung: Die “Fake Unlimited” Falle

Seien Sie vorsichtig bei Tarifen wie dem „O2 Mobile Unlimited on Demand” (nicht zu verwechseln mit dem O2 HomeSpot!). Das klingt nach endlosem Internet, hat aber einen Haken: Sie bekommen pro Tag oft nur 10 GB. Ist das verbraucht, wird das Internet extrem langsam.

Stellen Sie sich vor: Ihr Gast streamt abends einen Film, das Internet kriecht plötzlich nur noch. Der Gast kann nichts tun. Er ruft Sie um 22 Uhr an und fragt, was mit dem Internet los ist. Sie müssen dann erst Datenvolumen nachbuchen, bevor es weitergeht. Das führt garantiert zu schlechten Bewertungen. Meiden Sie solche “On Demand”-Tarife für die Vermietung.

Wichtig: Der O2 HomeSpot (siehe oben) hat dieses Problem nicht – dort ist Unlimited wirklich Unlimited ohne Tageslimit. Das Problem betrifft nur die mobilen “Unlimited on Demand”-Tarife.

3. DSL, Kabel & Glasfaser

Der Klassiker. Wenn ein Anschluss liegt, ist dies meist die stabilste Lösung.

  • DSL (16-250 Mbit/s): Überall verfügbar, solide, günstig (ab ca. 25€). Nachteil: Meist 24 Monate Laufzeit.
  • Kabel (bis 1000 Mbit/s): Oft in Eigentumswohnungen vorhanden. Sehr schnell, aber zu Stoßzeiten (abends, wenn alle TV schauen) manchmal langsamer.
  • Glasfaser: Die Zukunft. Wenn Sie die Chance haben, legen Sie Glasfaser. Es steigert den Wert der Immobilie.

Der Haken bei Festnetz: Sie zahlen in der Regel 12 Monate durch, auch wenn die Wohnung im November leer steht. Rechnen Sie spitz nach: Ist ein GigaCube Flex für 50€ (der nur 6 Monate genutzt wird = 300€/Jahr) günstiger als ein DSL-Anschluss für 35€ (der 12 Monate läuft = 420€/Jahr)?

Alternative: Es gibt mittlerweile auch monatlich kündbare DSL-Tarife. Diese kosten zwar mehr (oft 5-10€ Aufpreis), können sich aber lohnen, wenn Sie die Wohnung nur in der Saison vermieten.

Tipp: Nutzen Sie Vergleichsportale wie Check24, um die Verfügbarkeit an Ihrer Adresse zu prüfen und monatlich kündbare Optionen zu finden.

Liegt Ihre Hütte tief im Wald oder auf einer Alm? Wo LTE versagt, ist Starlink mittlerweile eine echte Alternative.

  • Kosten: Die Hardware kostet 349€ einmalig (oder 0€ bei 12-Monats-Vertrag, auch bei MediaMarkt/Idealo erhältlich). Der Standard-Tarif “Privathaushalt” liegt bei 50€/Monat. Es gibt einen günstigeren “Lite”-Tarif für 29€/Monat mit unbegrenzten Daten, aber niedrigerer Priorität (45-130 Mbit/s).
  • Vorteil: Es funktioniert überall, wo Sie freien Blick zum Himmel haben. Die Geschwindigkeiten sind für Ferienwohnungen mehr als ausreichend.
  • Flexibilität: Starlink ist monatlich kündbar und pausierbar. Sie zahlen also nur, wenn Sie den Dienst aktivieren. Neue Kunden bekommen 30 Tage Testphase mit Rückgabe.
  • Stromkosten beachten: Die Satellitenantenne verbraucht dauerhaft ca. 50-100 Watt. Das sind zusätzliche 6-10€/Monat an Stromkosten, die Sie einkalkulieren sollten.
  • Wichtig: Sie brauchen freie Sicht zum Himmel (keine Bäume, Gebäude). Prüfen Sie auf der Starlink-Website, ob Ihr Standort versorgt wird.

5. Wie viel Speed brauchen Sie wirklich? (Reality Check)

Lassen Sie sich vom Marketing nicht blenden. Sie brauchen für eine Ferienwohnung kein Gigabit-Internet. Hier ist der Realitätscheck für den Datenverbrauch einer 4-köpfigen Familie:

  • Netflix in HD: ca. 5 Mbit/s
  • Netflix in 4K (UHD): ca. 25 Mbit/s
  • Videokonferenz (Zoom/Teams): ca. 3-4 Mbit/s
  • Surfen/Social Media: vernachlässigbar

Fazit: Eine stabile 50 Mbit/s Leitung reicht völlig aus, damit Papa eine Videokonferenz hält, während die Kinder Netflix in 4K schauen. Wichtiger als die Höchstgeschwindigkeit ist die Stabilität und die WLAN-Abdeckung in allen Zimmern.


Das unterschätzte Problem: Die rechtliche Seite

Sie haben den Router bestellt, eingesteckt und das Passwort auf einen Zettel geschrieben? Herzlichen Glückwunsch, Sie haben technisch Internet. Aber juristisch haben Sie gerade ein Minenfeld betreten.

Viele Vermieter glauben: “Die Störerhaftung wurde doch 2017 abgeschafft, mir kann nichts passieren.”

Das ist ein gefährlicher Irrtum.

Störerhaftung vs. Sekundäre Darlegungslast

Richtig ist: Die pauschale Störerhaftung (dass Sie automatisch für alles haften) wurde weitgehend abgeschafft und im Mai 2024 im neuen Digitale-Dienste-Gesetz (DDG) neu geregelt. Sie sind als Anbieter nicht mehr sofort schadensersatzpflichtig.

Aber: Die Abmahnindustrie hat sich angepasst. Wenn über Ihren Anschluss ein Film illegal getauscht wird (Filesharing), bekommen Sie als Anschlussinhaber die Post von Kanzleien wie Frommer Legal. Diese Abmahnkosten können schnell bei 1.500€ und mehr pro Vorfall liegen.

Nun greift die sekundäre Darlegungslast. Sie waren es nicht? Aber es ist Ihr Anschluss! Die Gerichte verlangen, dass Sie detailliert darlegen, wer zum fraglichen Zeitpunkt Zugriff auf Ihren Anschluss hatte. Nur so können die Ermittler den tatsächlichen Täter finden.

Können Sie das nicht (weil Sie keine Protokolle haben, keine Namen notiert haben oder sich nicht erinnern), haften Sie am Ende oft doch, weil eine Tätervermutung gegen Sie greift.

Urteile zeigen die Schärfe

Ein bekanntes Urteil des Landgerichts Köln zeigt, wie ernst die Gerichte diese Pflicht nehmen: Ein Anschlussinhaber wurde verurteilt, weil er ein offenes WLAN betrieb und nicht beweisen konnte, dass Dritte es genutzt haben. Die bloße Behauptung “Ich habe Gäste” reicht nicht.

Auch ein Urteil aus 2025 macht deutlich: Selbst eine rudimentäre Dokumentation schützt nicht automatisch. Wenn die Aufzeichnungen nicht detailliert genug sind oder Lücken aufweisen, kann das Gericht trotzdem gegen Sie entscheiden.


Zwei Wege zur Absicherung

Sie haben grundsätzlich zwei Möglichkeiten, Ihren Internetanschluss in der Ferienwohnung gegen Abmahnungen abzusichern.

Weg A: Die DIY-Methode (Do It Yourself)

Sie nutzen einen normalen Router (FritzBox, GigaCube) und kümmern sich selbst um die rechtliche Absicherung.

Was Sie tun müssen:

  1. Verschlüsselung: WPA2/WPA3 ist Pflicht.
  2. Passwort-Management: Das Passwort muss bei jedem Gästewechsel geändert werden.
  3. Nutzungsvereinbarung: Lassen Sie jeden Gast eine Erklärung unterschreiben, dass er keine illegalen Handlungen vornimmt. Das schreckt ab und hilft vor Gericht.
  4. Dokumentation: Führen Sie Buch, welcher Gast (Name, Anschrift) von wann bis wann genau Zugriff hatte.
  5. Router-Logs: Speichern Sie theoretisch die MAC-Adressen der eingeloggten Geräte (datenschutzrechtlich heikel, aber im Verteidigungsfall nützlich).
  6. Ports sperren: Profis sperren im Router Filesharing-Ports (BitTorrent), was aber technisch anspruchsvoll ist.
  7. Updates: Führen Sie regelmäßig technische Updates an Router und Firmware durch.

Weg B: Die Hotspot-Lösung

Sie schalten eine Box dazwischen (wie die Beschützerbox), die den Datenverkehr der Gäste kapselt.

Wie es funktioniert: Der Router baut einen verschlüsselten Tunnel zu einem Sicherheitsserver in einem deutschen Rechenzentrum auf. Ihre Gäste surfen nicht mehr über Ihre private IP-Adresse (z.B. die der Telekom), sondern über die IP-Adresse des Dienstleisters.

Der Effekt: Wenn ein Gast einen Film illegal lädt, landet die Ermittlung der Behörden oder Anwälte beim Dienstleister, nicht bei Ihnen. Ihre Privatadresse taucht in den Protokollen der “Jäger” gar nicht auf.


Der ehrliche Vergleich: DIY vs. Hotspot

Ist eine professionelle Lösung ihr Geld wert? Oder reicht die FritzBox? Hier ist der ungeschönte Vergleich.

KriteriumDIY (Selbstbau)Hotspot-Lösung (z.B. Beschützerbox)
Monatliche Kosten0 € (nur Internetvertrag)ca. 10–20 € (zzgl. Internetvertrag)
Einmalige KostenRouter vorhandenHardware-Kauf (ca. 100-150€)
InstallationsaufwandMittel (Gastzugang konfigurieren)Gering (Plug & Play)
RechtssicherheitNiedrigHoch
Aufwand bei GästewechselHoch (Passwort ändern, Unterschrift einholen)Keiner (Passwort muss nicht geändert werden)
AbmahnrisikoVorhanden (Sie erhalten die Post)Nahezu Null (Provider erhält die Post)
Bei PolizeiermittlungenSie müssen Auskunft gebenDienstleister wird angefragt, nicht Sie
Gast-KomfortMittel (oft komplizierte Passwörter)Hoch

Fazit:

  • DIY lohnt sich, wenn Sie sehr wenige Gäste haben (z.B. nur Familie/Freunde), technisch fit sind und penibel Buch führen.
  • Hotspot-Lösungen lohnen sich für alle, die an fremde Gäste vermieten, Rechtssicherheit möchten und keine Lust auf Papierkram haben. Mehr über die Beschützerbox erfahren →

Praktische Tipps für Vermieter

Egal für welche Lösung Sie sich entscheiden, diese Tipps verbessern das Erlebnis für Ihre Gäste und Ihre Sicherheit.

1. Der QR-Code Trick

Nichts ist nerviger, als ein 20-stelliges WLAN-Passwort vom Router abzutippen: „Ist das eine Null oder ein großes O?” Erstellen Sie einen QR-Code für Ihr WLAN.

  • Gäste scannen den Code mit der Handykamera und sind sofort verbunden.
  • Drucken Sie den Code aus, laminieren Sie ihn und legen Sie ihn gut sichtbar im Wohnzimmer aus.

2. Trennen Sie die Netze!

Nutzen Sie niemals Ihr privates WLAN-Passwort für Gäste, auch wenn Sie einen separaten Router in der Ferienwohnung haben. Wenn Sie Smart-Home-Geräte (Heizungsthermostate, smarte Schlösser, Überwachungskameras) im Einsatz haben, gehören diese in ein eigenes Netzwerk, auf das Gäste keinen Zugriff haben. Sonst könnte ein technikaffiner Gast aus Spaß die Heizung umprogrammieren oder auf Ihre Kameras zugreifen.

3. Saison-Betrieb beachten

Wenn Sie Ihre Ferienwohnung im Winter schließen:

  • Ziehen Sie die Stecker von Routern und Repeatern (Strom sparen & Brandschutz).
  • Bei Flex-Tarifen: Denken Sie daran, die “Pause” aktiv beim Anbieter zu melden, falls das nicht automatisch passiert.

Wenn doch eine Abmahnung kommt

Sie haben die DIY-Variante gewählt und nun liegt ein Brief von Frommer Legal oder Nimrod im Briefkasten?

  1. Keine Panik: Das ist erst einmal nur ein Schreiben einer privaten Kanzlei, kein Gerichtsurteil.
  2. Fristen beachten: Ignorieren Sie das Schreiben nicht. Die Fristen sind kurz.
  3. Nichts unterschreiben: Unterschreiben Sie niemals die beiliegende “strafbewehrte Unterlassungserklärung”. Diese ist oft viel zu weit gefasst und gilt lebenslang.
  4. Nicht anrufen: Rufen Sie nicht bei der Gegenseite an, um “das zu klären”. Alles, was Sie sagen, kann gegen Sie verwendet werden.
  5. Hilfe holen: Kontaktieren Sie einen spezialisierten Anwalt für Medienrecht.

FAQ: Häufige Fragen zu Internet in Ferienwohnungen

Kann ich einfach einen LTE-Stick an die FritzBox hängen? Ja, viele moderne FritzBoxen unterstützen LTE-Sticks am USB-Port als “Fallback” oder Hauptverbindung. Das ist oft günstiger als ein neuer 5G-Router, aber der Empfang ist durch die kleinen Antennen im Stick meist schlechter als bei einem dedizierten Mobilfunk-Router.

Reicht ein Prepaid-Tarif für die Ferienwohnung? Meistens nein. Prepaid-Karten haben oft geringe Datenvolumina. Ein einziger verregneter Tag, an dem die Gäste Netflix schauen, kann 10-20 GB verbrauchen. Das Nachbuchen von Datenpässen wird schnell teurer als ein Laufzeitvertrag.

Darf ich für das WLAN Geld verlangen? Ja, das dürfen Sie. Allerdings erwarten Gäste heute meist kostenloses WLAN. Wenn Sie Geld verlangen, steigen zudem die Erwartungen an Geschwindigkeit und Verfügbarkeit massiv. Wir empfehlen: Kalkulieren Sie die 30-40€ Internetkosten in den Übernachtungspreis ein und bieten Sie es “kostenlos” an.

Hafte ich, wenn Gäste illegale Inhalte herunterladen? Das Haftungsrisiko bei Filesharing ist komplex. Das reine Besuchen von Seiten führt nicht sofort zu Abmahnungen. Kritisch wird es beim Verbreiten von Inhalten (Filesharing/Torrents). Allerdings passiert das häufig im Hintergrund, ohne, dass die Benutzer sich dessen bewusst sind. Hier greift die sekundäre Darlegungslast: Sie müssen nachweisen können, wer wann Zugriff hatte. Das erfordert penible Dokumentation. Wirklich abgesichert sind Sie nur mit einer professionellen Hotspot-Lösung, die Ihren Anschluss von den Aktivitäten der Gäste trennt.


Fazit

Internet in der Ferienwohnung ist 2026 kein Hexenwerk mehr. Technisch lösen Sie das Problem am flexibelsten mit LTE/5G-Routern oder am stabilsten mit DSL. Rechtlich sollten Sie das Risiko jedoch nicht unterschätzen. Wer ruhig schlafen will, lagert das Haftungsrisiko über eine professionelle Box aus.

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